April 15, 2021 Redaktion

Personal Branding – Neue Eitelkeit oder sinnstiftendes Muss unserer Epoche?

Personal Branding in der Geschichte - Die Psychologie dahinter - Wann ist Personal Branding sinnstiftend? - 3 Teile

Foto Davide by Elena Ruggeri – unsplash.com/@elenaellen95

Teil 1

 

Personal Branding in der Geschichte

Für mich als Kunsthistorikerin, Romanistin und PR-Expertin ist der neue Trend natürlich kein Trend. Wir beobachten ihn schon seit der Antike von Epoche zu Epoche wiederkehrend. Er ist eine altbekannte und bewährte Praktik der PR und Kommunikation. Aktuell wird diese gängige Kommunikations-Praktik von zeitgenössischen PR-Gurus zur Wiedervermarktung alter Ansätze absolut gehyped. Um jedoch in das Thema des Personal Brandings, oder wie noch vor einigen Jahren „Image-Building“ mit dem Ziel eine Person als Marke zu inszenieren, genannt, einzutauchen, beginne ich in einem, uns nicht so unähnlichen Zeitalter, der Renaissance.

 

Foto Renaissance vs. oggi by cottonbro – pexels.com/@cottonbro

 

Warum die Renaissance? Sie war eine Epoche, geprägt von wirtschaftlichem Reichtum, aufstrebenden Gelehrten, Wissenschaftlern, Künstlern & Emporkömmlingen. Sie stand für neues Denken, unlimitiertere Weltanschauung, Selbstoptimierung, Ausschweifungen und sie war gebeutelt von einer Jahrhundert-Epidemie.

 

Personal Branding – die neue Eitelkeit in der Renaissance

 

Als „Neue Eitelkeit“ (ital. nouva vanità) bezeichnete man in den Anfängen der aufkommenden Renaissance in Europa einen Trend, bildlich der Vergänglichkeit zu entkommen und sich selbst für immer zu verewigen. Erstmals wollten und durften sich (getragen vom religiösen Konflikt zwischen Mittelalter und der Moderne, sowie ökonomischen und gesellschafts-politischen Veränderungen) gesellschaftliche und wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten selbst und ihre Erscheinung in Porträt-Bildern unsterblich machen.

 

Foto paintbrushes by Gabriella Clare Marino unsplash.com/@gabiontheroad

 

Erstmals nach der glorreichen Antike kreierte man nun  für die zeitgenössische Bevölkerung und auch die Nachwelt Menschen als Marken-Botschafter oder im heutigen Wording, das Personal Branding von wirklich wichtigen, vermeintlich bedeutsamen oder eben auch nur wohlhabenden Personen in Bild und Schrift, was aufgrund des damaligen Analphabetismus aber hauptsächlich über Gemälde geschah.

 

Das Personal Branding funktionierte damals schon genau so bei sehr erfolgreichen oder weniger begabten Mitgliedern aufstrebender Familien, wie heute bei Influencern aller Entertainment- und Lifestyle-Kanäle alla Youtube, Facebook, Instagram oder Tiktok. Es wurden damals wie heute hier und da Makel weggelassen, „wichtige Dinge“ hervorgehoben oder vor allem „optimiert“.

 

Man saß oder stand damals in seiner Festtagsrobe umsäumt von Insignien. Das waren bedeutende Abzeichen, Bücher, Waffen oder eben sehr teure Luxusgüter wie beispielsweise Blumen oder Weintrauben. Eben alles Wichtige für ein Personal Branding. Man zeigte in den Bildern und Porträts all seine Erfolge oder Errungenschaften, die vor allem das Amt, die Macht, die Überlegenheit und eine Stärke zeigten, die für immer festgehalten werden sollten.

 

Die neue Eitelkeit heute

 

Um die Brücke zur heutigen Zeit zu schlagen und die einstigen Bilder auf unsere heutige Gesellschaft zu übertragen, identifiziere ich 2 Hauptgruppen. Zum einen alle Influencer aus Lifestyle, Sport, Wirtschaft, etc. mit all ihren Foto-Filtern, Beauty-Optimierungen, teuren Sneakers oder Handtaschen und vor allem ihren (oder geliehenen) Statussymbolen wie kostspieligen Autos, Urlauben oder Häusern.

 

Zum anderen alle wirklich genialen, aufstrebenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur.

 

Eine, aktuell noch relativ kleine ,Gruppe bezeichnet sich selbst als neue „Business-Influencer“. Leicht zu erkennen sind diese, vornehmlich im Startup-Universum auftretenden Persönlichkeiten, an ihren kreativen, selbst kreierten Jobtitel alla „Tech Evangelist“, „Prozessmagier“, „Chief Relax Officer“, „Director of First Impressions“, um einer Ikone wie Guy Kawasaki oder Elon Mask, dem „Technoking of Tesla“, nachzueifern.

 

 

 

Teil 2

Personal Branding und die Psychologie dahinter – Selbstbild, Fremdbild, Identität

Glauben wir Sigmund Freud, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir oder Albert Camus, dann …. Zum Artikel – Teil 2

 

 

Teil 3

Wann ist Personal Branding sinnstiftend?

Personal Branding ist absolut sinnstiftend, um zum einen Experten mit seinen USPs zu etablieren… tba

 

 

 

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